Indien, Karnataka

Biogasprojekt in Karnataka, Indien

Kurzbeschreibung

Der Bau von Biogasanlagen von myclimate ersetzt das Verbrennen von Feuerholz und die Verwendung von chemischen Düngemitteln in der Region Karnataka. Die Bevölkerung profitiert neben der Reduktion des Treibhausgasausstoßes und der verminderten Abholzung der Wälder von höheren landwirtschaftlichen Erträgen und einer geringeren Rußbildung in den Häusern. Außerdem reduziert das Projekt die Methanemissionen von Rinderdung.

Seit Projektstart haben bereits 8000 Familien eine Biogasanlage erhalten (Stand Ende 2013).

Projekttyp: Erneuerbare Energien, Biomasse

Zertifikatetyp: CER

Qualitätsstandard: Gold Standard

Projekthintergrund

Das Projekt sieht vor, im indischen Bundesstaat Karnataka Biogasanlagen in dafür geeigneten ländlichen Haushalten zu bauen. In die Biogasanlagen werden Tierdung und Küchenabwasser gefüllt. Das Biogas, das durch die Vergärung entsteht, wird zum Kochen verwendet. Der hochwertige Bio-Dünger, der nach der Vergärung übrig bleibt, ersetzt chemische Düngemittel. Traditionellerweise wird in der Region mit Feuerholz und Kerosin in ineffizienten Feuerstellen mit einem thermalen Effizienzgrad von lediglich acht bis zehn Prozent gekocht. Die kleinen Einkommen verunmöglichen es den Familien jedoch, den traditionellen Brennstoff Holz zu ersetzen. Dies hat bereits zur Abholzung des Waldes im Distrikt Kolar geführt.

Der Bau von Biogasanlagen in ländlichen Haushalten reduziert Treibhausgasemissionen an drei Orten: Erstens entweicht bei der Vergärung des Dungs in Zisternen das Methan nicht mehr in die Luft. Zweitens kann dieses Methan als Brennstoff genutzt werden, wodurch das Verbrennen von Feuerholz entfällt. Drittens ersetzt der übrig bleibende Bio-Dünger chemische Düngemittel, dessen Produktion und Transport ebenfalls entfällt. Außerdem führt der Bio-Dünger nicht wie chemischer Dünger zur Degradation des Bodens und hat überdies einen dreimal höheren Nährstoffgehalt als normaler Tierdung.

Die Biogas-Technologie wird im ländlichen Indien eingesetzt. Die indische Nicht-Regierungsorganisation SKG Sangha führt das Projekt. SKG Sangha hat in den letzten 18 Jahren bereits erfolgreich über 100.000 Biogasanlagen in Indien realisiert.

Nachhaltige Entwicklung

Neben der Verminderung der Abholzung und der Reduktion des Treibhausgasausstoßes hat der Bau von Biogasanlagen zudem nachhaltig positive Auswirkungen auf die Lebensumstände der Bevölkerung. Erstens verringert sich durch den Wegfall der Holzsammlung die Arbeitslast für Frauen und Kinder und zweitens nimmt die gesundheitliche Belastung durch Rauchverschmutzung in den Häusern ab. Die Biogasanlage hat eine Kapazität von zwei oder drei Kubikmetern abhängig einerseits von der Anzahl und Art der Rinder, die zu einem Haushalt gehören und andererseits von der Anzahl der Personen im Haushalt.

Kontakt

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